St. Georg
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St. Georg ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte mit 10.245 Einwohnern (2005) und einer Fläche von ca. 1,8 km².
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Historische Entwicklung
Der Stadtteil St. Georg wurde nach dem Heiligen Georg, dem Schutzpatron der Kreuzfahrer sowie der Leprakranken und Siechen, benannt. Zuvor trug der Stadtteil für einige Zeit den Namen St. Jürgen, was aber nur eine Namensvariante von Georg ist.
Die Geschichte des Stadtteils begann 1194 mit der Gründung des Leprahospitals. Es wurde von Graf Adolf III. von Schauenberg und Holstein begründet, der damit seine christliche Bußfertigkeit unter Beweis stellte. Da Lepra als unheilbar galt, errichtete man das Hospital aus Angst vor Ansteckung auf bis dahin unbesiedelten Gelände etwa einen Kilometer vom hamburgischen Stadtwall entfernt an, um die Kranken von der Gemeinschaft zu isolieren.
Im weiteren Verlauf seiner Geschichte war St. Georg stets ein Ort für Unliebsames. So entledigten sich die Hamburger dort ihres Unrats, errichteten den Hamburger Galgen (ca. 1554) und legten einen Pestfriedhof (1564) an.
Zum Ende des 17. Jh. wandelte sich das Bild St. Georgs allmählich. Innerhalb der Stadtmauern Hamburgs stand nicht mehr genug Platz zur Verfügung. Die Hamburger Bürger wichen damals auf St. Georg aus und ließen sich dort Sommerhäuser bauen. Ein Zeugnis dessen ist das Fachwerkhaus in der Langen Reihe 61.
1747 wurde in St. Georg die Heilige Dreieinigkeitskirche erbaut, um Ersatz zu schaffen für die 1457 errichtete Siechenkirche des Hospitals zu St.Georg.
Während der Franzosenzeit war ein Großteil der französischen Truppen in St. Georg stationiert. Ein Teil des Stadtteils wurde für ein freies Schussfeld (1813), ein sogenanntes Glacis, eingeebnet. Zu dieser Zeit entstand der französische Soldatenfriedhof westlich der Kirchenallee. 1814 zerstörten die Franzosen den Krankenhof vor dem Millerntor, so dass sich die Krankenversorgung in Hamburg dramatisch verschlechterte. Um Abhilfe zu schaffen beauftragte der Senat Carl Ludwig Wimmel mit dem Bau des Allgemeinen Krankenhauses St. Georg, das zwischen 1821 und 1823 erbaut wurde.
1830 wurde St.Georg zur Hamburger Vorstadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. entstand der Hansaplatz und das darum liegende Etagenhausviertel.
1906 wurde der Hauptbahnhof, 1909 das Hotel Atlantic und 1910 der Reichshof fertig gestellt. In der Nähe siedeln sich zunehmend Lokale und Unterhaltungsbetriebe an. In dieser Zeit begann die Prostitution festen Fuß in St.Georg zu fassen.
[Bearbeiten] Verzeichnis der Straßennamen St. Georgs und ihre historischen Bedeutung
- Borgesch (1827): Der Borgesch war der Rest der öffentlichen Hamburger Feldmark. Borgesch soll sich aus den Worten „Borch“ für „Bürg“ (Bürger) und „esch“ für „nicht eingezäuntes Saatfeld“ zusammensetzen. Nach einer anderen Erklärung ist es der für die Schweinehaltung ausgewiesene Teil dieser öffentlichen Fläche. „Borch“ wird danach als eine Bezeichnung für „geschnittene Schweine“ gedeutet. Als „Am Borgesch“, nach dem sich in der Gegend des Hansaplatzes ausdehnenden, freien Gelände, das seit 1791 an das Amt der Zimmerleute vermietet war und der Rest der einst viel größeren Feldmark des Kastells Hamburg („borch“: Burg, „esch“: uneingehegtes Saatfeld) darstellte, verkürzt in Borgesch um 1899.
- Holzdamm (1824): Die Straße, an der der Haupteingang des Hotels Atlantic liegt, war selbst nie ein Damm. Sie führte auf einen Holzlagerplatz am Alsterufer zu und hieß zunächst „Beim Holzdamm“. Da das Gebiet des heutigen Ballindamms früher noch eine Wasserfläche war, reichten die Gärten und Grasflächen bis zur Ferdinandstraße und erstreckten sich dort bis an die Alster. Hier gab es eine Säge mit Holzstapelplatz, weshalb eine dort gelegene Straße auch Holzdamm hieß. Hier entluden die Alsterschiffer ihre Fracht und verkauften Brenn- und Bauholz. Nach dem Großen Brand von 1842 und der Verbreiterung der Ferdinandstraße wurde dieser Holzstapelplatz nicht wieder in Betrieb genommen, sondern an die Außenalster verlegt, und zwar dorthin, wo sich heute der Holzdamm befindet.
- Kirchenallee (1824): Die St. Georger Kirche, auf die sie zuläuft, gab der von der Nähe des Hauptbahnhofs geprägten Kirchenallee ihren Namen. Hotels und Restaurants reihen sich aneinander. Seit 1900 steht hier Deutschlands größtes Theater, das Schauspielhaus.
- Kirchenweg (1899): Benannt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als „Kleiner Kirchenweg“, im Anschluss an den Namen des 1899 zur Baumeisterstraße hinzugezogenen „Großen Kirchenweges“, mit Bezug auf die St. Georgs-Kirche, zu der beide Straßen Zugang vermittelten.
- Koppel (1899): Der Name dieser vermutlich schon 1682 bebauten Straße bezeichnete einst ein von der Gemeinweide durch Latten und Erdwälle abgegrenztes Landstück. Vor 1899: Kirchenstraße, An der Koppel, Neue Koppel. Flurname. Koppel= größeres eingezäuntes, bzw. von Knicks umgebendes Stück Weideland.
- Kurt-Schumacher-Allee (1962): Der Hauptstraßenzug des Besenbinderhofs erhielt 1962 den Namen des SPD-Politikers Kurt Schumacher (1895-1952), der von 1946 bis 1952 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands war.
- Lohmühlenstraße (1858): Die Lohmühlenstraße hat ihren Namen von der 1642 hier an der Alster erbauten und 1854 abgerissenen Lohmühle. Sie verläuft heute zu Teil durch das Gelände des AK St. Georg, des ältesten modernen Hamburger Krankenhauses. Bis 1858: Bei der Lohmühle. Zur Erinnerung an eine dort 1642-1854 gelegene Lohmühle, in der aus Baumrinde für die Gerber Lohe hergestellt wurde. Wo einst die alte Lohmühle stand, befindet sich heute das Lohmühlenkrankenhaus (St. Georg). Der früher hier gelegene Wallgraben behinderte an dieser Stelle den Verkehr. Wer zu Fuß, mit dem Pferd oder der Kutsche in die Uhlenhorst wollte, war zu einem erheblichen Umweg gezwungen. Eine private Gesellschaft schuf daher einen Fußweg und baute eine Brücke über den Wallgraben. Dafür nahm man eine Gebühr von einem halben Schilling = 1 Sechsling, daraus wurde später der Wegname Sechslingspforte.
- Lübeckertordamm (1896): Der Lübeckertordamm wurde nach einem 1833 am Ende des Steindamms errichteten Tor benannt, das 1836 den Namen Lübekker Tor erhielt, weil hier die Landstraße nach Lübeck begann.
- Robert-Nhil-Straße (1948): Robert Nhil (1858-1938), Schauspieler. Bis 1948: Teil der Straße Borgesch.
- Schmilinskystraße (1899): C. H. Schmilinsky (1818.1891), Gründer eines hier gelegenen Stiftes. Bis 1899: Alsterweg und Bleicherstraße.
- St. Georgkirchhof (17. Jahrhundert): Siehe St. Georgstraße. Benannt im 17. Jahrhundert und nach 1824 nach der Lage nahe der St.Georgs-Kirche. Ebenso wie der Stadtteilname geht der Name der Kirche auf das von Adolph dem II. von Schauenburg gegründete Hospital St. Georg für Aussätzige (Lepra) zurück, das dem Heiligen St. Georg geweiht war und seiner Zeit vor den Toren der Stadt lag. Die St.Georg-Kirche wurde 1943 durch Bomben völlig zerstört und 1960 wieder aufgebaut.
- St. Georgstraße (1824): Das Hospital St. Georg wurde um 1200 für Leprakranke gebaut. Die St. Georger Kirche existiert seit 1220 und war zunächst nur eine Kapelle. Die heutige Kirche, die eigentlich Dreieinigkeitskirche heißt, entstand 1743.
- Steindamm (1539): Hauptverkehrsstraße von St Georg, Vergnügungsmeile mit Straßenstrich, Hansatheater und Kinos: der 1539 als gepflasterte Straße zwischen dem Steintor und dem Lübschen Baum angelegte Steindamm hat viele Gesichter. Eines hat er glücklicherweise längst verloren: Bis ins 19. Jahrhundert führte er zu Hamburgs Hinrichtungsstätte an der Ecke der heutigen Rostocker mit der Stiftstraße und hieß deshalb auch Armesünderdamm. Der Steindamm wird schon 1539 als mit Steinen gepflasterte Straße erwähnt. So wie der Alte Steinweg in der Neustadt gehört der Steindamm mit zu den ersten gepflasterten Straßen in der Stadt. Belegt ist hier das Jahr 1790, wo aus einer Kämmereirechnung hervorgeht, dass am 15. Dezember dieses Jahres ein Auftrag über Neupflanzung an den Felshauereibetrieb Johann Friedrich Kaufmann erteilt wurde.
- Steintordamm (1785): Siehe Steintorplatz (1875), als Straße, die an die Stelle des früheren Tordammes des Steintors getreten ist.
- Stiftstraße (1835): Das 1825 erbaute, an dieser Straße gelegene Hartwig-Hesse-Stift gab der Stiftstraße ihren Namen, die um 1899 um die Bergstraße erweitert wurde. Nach Hartwig Hesses Witwenstift, das 1824 gegründet und 1834 durch ein an dieser Straße gelegenes Gebäude erweitert wurde.
- Zimmerpforte (1874): Die Zimmerpforte war ein hier gelegener Ausgang aus dem sogenannten „Zimmer-Borgesch“, einem großen Gelände, das zunächst der Schweinehaltung diente (s. Borgesch) und später den Zimmerleuten überlassen wurde.
[Bearbeiten] St. Georg heute
Heute ist St.Georg ist ein Stadtteil mit Gegensätzen. Der Westen des Stadtteils ist geprägt von der Alster und schönen Villen. Dafür steht auch das Hotel Atlantic, das heute Dauer-Wohnstätte von Udo Lindenberg ist.
Mittelpunkt St.Georgs ist die Lange Reihe. Hier prägen noch Fachwerkhäuser und Altbauten das Straßenbild, darunter auch die Lange Reihe 21, das Geburtshaus von Hans Albers. Kleine Läden laden zum Entdecken ein. Zum Frühstücken bietet sich eines der kleinen portugiesischen Cafes an. Abends bietet die Lange Reihe Bars und Restaurants für jeden Geschmack. Auch die Schwulenszene hat hier ihren festen Platz gefunden.
Krasser Gegensatz ist der Steindamm im Norden St.Georgs. Zum Hauptbahnhof hin prägen Erotiktempel und Ramschgeschäfte das Straßenbild.
In St. Georg, in der Lohmühlenstraße 5, steht heute immer noch das älteste Krankenhaus Hamburgs, das AK St. Georg.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke und Plätze
[Bearbeiten] Museen
[Bearbeiten] Szene und Lifestyle
[Bearbeiten] Cafés und Bars
- Bar Hamburg, Rautenbergstraße 6, http://www.barhamburg.com/
- Bellini, Danziger Straße 63
- Cafe Koppel, Koppel 66
- Café Rendezvous, Pulverteich 18
- Cafe Uhrlaub, Lange Reihe 63
- Caravela, Lange Reihe
- Cube, Lange Reihe 88
- Extratour, Zimmerpforte 1
- Gnosa, Lange Reihe 93, http://www.gnosa.de/
- Grüneberg, Lange Reihe
- Kyti Voo, Lange Reihe 8
- Le Boulevard, Schmilinskystraße 19
- Turnhalle St. Georg, Lange Reihe 107, http://www.turnhalle.com/
- Twist, Lange Reihe/Carl-von-Ossietzky-Platz
[Bearbeiten] Restaurants
[Bearbeiten] Kneipen
[Bearbeiten] Clubs
- PIT, Pulverteich 17
[Bearbeiten] Shopping
Kräuterhaus Lange Reihe 70, http://www.kraeuterhaus.net/
Buchhandlung Dr. Wohlers und Co Buchhandlung und Antiquariat, Lange Reihe 68-70, http://www.dr-wohlers.de/buchhandlbig.html
Ticketkontor Reisefachgeschäft, Lange Reihe 91, http://www.ticketkontor.de
[Bearbeiten] Veranstaltungen
- Bunte Lange Reihe - alljährliches Straßenfest am letzten Aprilwochende in der Langen Reihe
[Bearbeiten] Literatur
- Geschichtswerkstatt St. Georg (Hg.): Kindheit in St. Georg 1900-1950. Zwischen Hinterhofidylle und Trümmerlandschaft, St. Georger Konturen, 2/1993.
- Joho, Michael (Hg.): Ausführliche Nachrichten von dem Heiligen Ritter Georgio. Ein Stadtteil-Lese-Bilder-Buch, Hamburg 1998.
- Kulturbehörde der Freien Hansestadt Hamburg (Hg.): Kiek mol: neue und bewährte Stadtteilrundgänge, erarb. und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten, Hamburg 1992.
- Kulturbehörde der Freien Hansestadt Hamburg (Hg.): Kiek mol: neue und bewährte Stadtteilrundgänge, erarb. und aufgeschrieben von Hamburger Geschichtswerkstätten, Hamburg 1998.
- Schneekloth, Hans-Peter: Apfelsinenpudding und Rohrstock. Kindheit auf dem Hansaplatz. Jugend in St. Georg, Hamburg 1995.
[Bearbeiten] siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
- Private Nachrichtenseite: Hamburg St. Georg Informationen von Markus Merz
- Zusammen gefasster Hamburg St. Georg Veranstaltungskalender (Bürgerverein, Geschichtswerkstatt, Einwohnerverein, ...)
- Bürgerverein zu St. Georg von 1880 r.V., http://www.buergerverein-stgeorg.de/
- Geschichtswerkstatt St. Georg, http://www.gw-stgeorg.de/
- Einwohnerverein St. Georg, http://www.einwohnerverein-stgeorg.de/
- Fotogruppe bei Flickr: Fotos von Hamburg Sankt Georg
- Allgemeines Krankenhaus in St. Georg, http://www.asklepios.com/sanktgeorg/
- Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde, http://www.stgeorg-borgfelde.de
- Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „St. Georg”

