Shanghai

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Die ostchinesische Hafenstadt Shanghai ist seit 1986 eine von acht Partnerstädten der Freien und Hansestadt Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Shanghai

Shanghai gilt als die Geburtsstätte des modernen Chinas, das sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Westen zu öffnen begann. Die Stadt, die direkt der Zentralregierung Chinas untersteht, ist heute Chinas Hafen- und Handelszentrum sowie bedeutendste Medien-, Kultur- und Wissenschaftsmetropole (mit 75 Hochschulen). Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Schwerindustrie (Eisen, Stahl, Kohle, Zement), Textil- und Elektroindustrie sowie die agroindustrielle Produktion. Mit über 9 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet (Ende 2006) (in der Provinz Shanghai leben 18 Millionen Einwohner) ist Shanghai als asiatisches "Tor zur Welt" die größte Industriestadt Chinas und der drittgrößte Hafen der Welt. Shanghai wird bis zum Jahr 2015 der weltweit größte Standort für die Schiffbauindustrie werden. Die Weltausstellung Expo 2010 findet in Shanghai statt. Deren Geschäftsführung hat Hamburg das Angebot unterbreitet, sich mit einer eigenen Fläche auf der Expo zu präsentieren.

Hamburg und Shanghai

Durch ihre starken internationalen Häfen sind Hamburg und Shanghai auf dem Seewege traditionell eng verbunden. 1731 lief das erste Schiff aus China den Hamburger Hafen an. Hamburg ist die Geburtsstätte der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. Seit über 100 Jahren sind Hamburger Handelshäuser in China präsent und die Zahl der chinesischen Unternehmen in Hamburg ist mit fast 400 die höchste in ganz Europa. Im 19. Jahrhundert war die Hansestadt Hamburg bereits mit einem eigenen Konsulat am Huangpu vertreten. Der Huangpu ist ein Fluss im Mündungsgebiet des Jangtse, der Shanghai den Namen gegeben hat: "Stadt am Oberlauf des Huangpu Flusses". Die Städtepartnerschaft wird zweijährlich auf Bürgermeisterebene durch Unterzeichnung eines "Städtepartnerschaftsvertrags" erneuert. Zur Stärkung der Hamburger Präsenz in China wurde das Hamburg Liaison Office Shanghai als offizielle Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in China gegründet.



Chinesischer Glücksdrache auf der Alster vor der Lombardsbrücke während der China Time 2006 in Hamburg.

China Time 2006

Aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Hamburg und Shanghai im Jahr 2006 präsentierte die Stadt Hamburg mit der CHINA TIME vom 21. September bis 1. Oktober eine Reihe von Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Darüberhinaus wurden am 26. September 2006 im Hamburger Stadtteil HafenCity die Shanghaiallee und die Shanghaibrücke nach dieser Partnerstadt benannt.

Oldtimer-Rallye Hamburg-Shanghai 2006

Am 2. August 2006 kamen die 84 Teilnehmer der "Oldtimer-Rallye Hamburg Shanghai" in Shanghai an. Die Teilnehmer legten mit ihren 41 historischen Automobilen (das älteste Fahrzeug war ein Ford des Baujahrs 1930) innerhalb von 67 Tagen rund 13.000 km zurück. Dabei durchquerten sie acht Länder, unter anderem Russland, die Mongolei und China. In St. Petersburg, Partnerstadt von Hamburg und Shanghai, wurden die Teilnehmer von Seiten der Stadtregierung empfangen. Die Hamburg-Shanghai-Rallye ist die erste Weltrallye, die von Deutschland aus startete. Der Startschuss fiel am 29. Mai auf dem Hamburger Rathausmarkt. Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft von Hamburg und Shanghai: Genau am 29. Mai 1986 wurde der Vertrag der Städtepartnerschaft unterschrieben. In 2007 startet die 2. Rallye zwar von Düsseldorf aus, die Wagen machen aber Station in Hamburg.

Chinesisches Teehaus

Hamburg und Shanghai sind seit 20 Jahren Partnerstädte und wichtige Kooperationspartner im Bereich Tourismus und Kultur. Mit dem erfreulich zunehmenden Austausch zwischen beiden Städten in den unterschiedlichsten Bereichen ist in den letzten Jahren auch die Zahl der Touristen gestiegen. Um den kulturellen und den touristischen Austausch sowie die Kooperation zwischen den beiden Städten weiter zu fördern, hat der Senat am 9. Januar 2007 beschlossen, der Stadt Shanghai das 3400m² große Grundstück am Rotherbaum (Feldbrunnenstraße/Binderstraße) im Rahmen des Erbbaurechts unentgeltlich zu überlassen.

Von Seiten der Stadt Shanghai ist dort der Bau des Hamburg-Shanghai Europa Tourismuszentrums vorgesehen. Geplant sind kulturelle Veranstaltungen, traditionelle chinesische Gastronomie sowie ein touristisches Informationszentrum. Ein Teehaus im traditionellen Baustil wird das zentrale Element des Ensembles bilden. Neben dem Teehaus mit angeschlossenem Restaurant wird das Grundstück durch eine traditionelle chinesische landschaftsarchitektonische Gestaltung eine zusätzliche Aufwertung erhalten. Das Kulturzentrum versteht sich als "europäisches Tor nach Shanghai". Die Tourismuskommission der Stadt Shanghai hat die Shanghai Yu Garden (Europe) Corporation GmbH mit Planung und Bau des Teehausprojektes beauftragt.

Das von beiden Seiten formulierte Ziel ist es, eine Kultureinrichtung mit internationalem Charakter für die Bürger der Stadt zu schaffen und gleichzeitig den kulturellen und touristischen Austausch beider Städte attraktiv zu vertiefen. Das Zentrum ist als ganzjährige Sehenswürdigkeit gedacht. Erste Planungen sehen Ausstellungen und Veranstaltungen beispielsweise zur chinesischen Teekunst, chinesische Küche, zum chinesischen Kunsthandwerk, zu Musik, Kunst oder gemeinsame deutsch-chinesische Kulturveranstaltungen vor. Die unmittelbare Nachbarschaft des Museums für Völkerkunde kann darüber hinaus als Synergiefaktor wirken. Für die Errichtung und den Betrieb des Zentrums tragen die Stadt Shanghai bzw. die Shanghai Yu Garden (Europe) Corporation GmbH die alleinige wirtschaftliche Verantwortung. Die Kosten für den anfänglichen Bodenaushub in Höhe von 80.000 Euro übernimmt die Stadt Hamburg. Die Shanghaier Seite will 8 Mio. Euro investieren, die Grundsteinlegung für das Teehaus ist im September geplant.

Finanzkontrollexperten aus Shanghai besuchen Hamburg

Präsident Dr. Meyer-Abich begrüßt am 15. Oktober 2007 im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg eine siebenköpfige Delegation des Shanghaier Rechnungshofs unter der Leitung von Vize-Generaldirektor Shi Tao zu einem mehrtägigen Meinungs- und Erfahrungsaustausch beim Hamburger Rechnungshof.

Mit dem Besuch der Finanzkontrollexperten vom Shanghai Municipal Audit Bureau wird die seit 1993 bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Rechnungskontrollbehörden von Shanghai und Hamburg fortgesetzt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Begegnung in Hamburg steht der fachliche Austausch zu der Gestaltung und Bewertung öffentlicher Haushalte und Budgets, dem Einsatz neuer Finanzierungsinstrumente wie insbesondere der partnerschaftlichen Kooperation zwischen öffentlichen Stellen und privaten Investoren ("Public Private Partnership") sowie der Prüfungsunterstützung durch Standardisierung und Automatisierung. Daneben stehen u. a. eine Besichtigung des Airbus-Werkes in Finkenwerder und eine Stadtrundfahrt auf dem Programm.

siehe auch

Literatur

  • Hamburg Shanghai. Ein gemeinsames Buch zur Partnerschaft, Hamburg Liaison Office Shanghai (Hg.), Hamburg / Shanghai 2006, ISBN 978-3-00-018824-4
  • Shanghai. Hamburgs Partnerstadt in China, Landeszentrale für politische Bildung / Institut für Asienkunde, Neuauflage zum 20jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft, Hamburg 2006, ISBN 3-929728-86-9

Weblinks

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