Rothenburgsort
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Rothenburgsort ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte. Er befindet sich östlich des Zentrums zwischen Norderelbe und Bille. Das ca. 8 km² große Gebiet wird im Norden durch Eisenbahnanlagen begrenzt. Während der überwiegende Teil aus Wohnbebauung besteht, liegen am östlichen Ende einige kleinere Gewerbebetriebe.
Rothenburgsort ist ein klassisches Arbeiterviertel, die Bebauung besteht dementsprechend überwiegend aus großen Mietshäusern, die nach der vollständigen Zerstörung während des Feuersturms 1943 in den 1950er Jahren errichtet wurden. Rothenburgsort ist aber auch der Stadtteil, wo sich die ehemalige Schule am Bullenhuser Damm befindet, in der noch 1945 20 jüdische Kinder von der SS ermordet wurden.
Das Kinderkrankenhaus Rothenburgsort (1898 bis 1982) und die benachbarte Realschule ist heute Sitz des Instituts für Hygiene und Umwelt.
Eine Außenstelle des Instituts für Fischereiökologie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts ist hier untergebracht.
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[Bearbeiten] Hauptwasserwerk
Markantes Wahrzeichen Rothenburgsorts ist der 1848 erbaute, ehemalige Wasserturm, der zum Hauptsitz der Hamburger Wasserwerke gehört. Nach dem Großen Brand entwarf der englische Ingenieur William Lindley, dem eine Straße in Rothenburgsort gewidmet ist, eine moderne Wasserversorgung für Hamburg. Rothenburgsort spielte dabei die zentrale Rolle, da hier der Elbe noch nicht allzu stark verunreinigtes Wasser entnommen werden konnte. Nichtsdestotrotz war das lediglich durch drei Absetzbecken vom Großteil der Schwebeteilchen befreite Wasser von sprichwörtlich minderer Qualität, zumal gerade bei auflaufendem Wasser die Kloake aus den Fleeten der Innenstadt auch Rothenburgsort erreichte. Erst 1890 wurde eine große Filteranlage aus 22 Becken auf der Elbinsel Kaltehofe genehmigt - zu spät, um die Cholera-Epidemie von 1892 zu verhindern, die ca. 8500 Tote forderte.
Die Filteranlage mit ihren teils eigentümlichen Pumphäuschen, die seit 1964 nur noch Grundwasser lieferte und seit 1990 außer Betrieb ist, steht wie auch der Wasserturm heute unter Denkmalschutz. Von den drei ursprünglichen Absetzbecken auf dem Gelände des Wasserwerks existiert nur noch eines, die beiden anderen sind zu geschlossenen, 100.000 m³ fassenden Reinwasserspeichern umgebaut und mit Verwaltungsgebäuden und einem Sportplatz überdeckt.
Von Rothenburgsort aus wird jedoch noch immer die gesamte Wasserversorgung Hamburgs gesteuert und im Zentrallabor überwacht. Die Wasserwerke Billbrook, Billstedt und Curslack liefern ihr Wasser nach Rothenburgsort, von wo aus der Südosten Hamburgs versorgt wird.

