Rathaus Hamburg

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Baugeschichte

Das Hamburger Rathaus wurde von 1886 bis 1897 nach einem Gemeinschaftsentwurfs des 1880 von Martin Haller gegründeten Rathausbaumeisterbundes gebaut. Das Vorgängerrathaus war dem "Großen Brand" 1842 zum Opfer gefallen.

[Bearbeiten] Architektonische Stilelemente

[Bearbeiten] Außenbau

Auf den Rathausmarkt hin entfaltet das Rathaus seine breite symmetrisch zum hohen schlanken Mittelturm entwickelte Fassade. Das Erscheinungsbild des Rathauses wird durch Sandstein und die hohen Kupferdächer bestimmt. Die Verwendung von teurem Haustein statt Backstein verweist auf die ökonomische Kraft Hamburgs und den Vorrang der Repräsentation vor lokaler Tradition hin. Die Architekturmotive der Fassade - die Säulen und Figurennischen, die Giebel und Dächer, das Schweifwerk an den Risalitbekrönungen stammen aus dem Formenschatz der deutschen Rennaissance. Sie sind mit aufwendiger ornamentaler und figürlicher Plastik bereichert.

Bild:Rathaus.jpg

Den Mittelturm, Symbol des bürgerlich-republikanischen Selbstverständnisses Hamburgs, krönt ein goldfarbener Reichsadler. Auf den Giebelspitzen stehen Kupferstatuen, die die alten Hamburger Kirchspiele repräsentieren – also die jahrhundertealte Organisationseinheit der bürgerlichen Selbstverwaltung Hamburgs. In der Lünette über dem Balkon im Turm befindet sich ein Mosaik mit der Darstellung einer Hammonia, der Personifikation Hamburgs. Sie wird durch den Goldgrund, der sie umrahmt, betont. Das Steuerrad in ihrer Hand symbolisiert ihr Lenken der Geschicke der Stadt. Die ausgebreiteten Arme der Hammonia weisen auf die beiden Statuen der für Hamburg wichtigsten Kaiser: Karl den Großen (748-814), den Gründer der Hammaburg im 9. Jh., und Friedrich I. "Barbarossa" (1122-1190), der Hamburg im 12. Jh. den Freibrief verliehen hatte. Bronzeallegorien der Bürgertugenden rahmen die lat. Inschrift: „Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas“ – „Die Freiheit, die die Vorfahren errungen haben, ist es wert, dass die Nachwelt sich darum bemühe, sie zu erhalten.“

Die Hoffront zeigt Statuen von Fürsten und Bischöfen, die für Hamburg wichtig waren. Einer der wichtigsten war Heinrich der Löwe als Repräsentant des Herzogtums Sachsen, zu dem Hamburg zu seiner Zeit gehörte. Weitere sind Adolf III., Gründer der ersten Kaufmannssiedlung westlich der Alster, sowie Adolf IV., der als Förderer Hamburgs und der Städte nach seinen Siegen über die Dänen im 12./13. Jh. gilt. Die Statue des Erzbischofs Ansgar, erster Erzbischof und damit erster Stadtherr, verweist auf die kommunale Selbstverwaltung Hamburgs zu jener Zeit.

Die Hofmitte nimmt der Hygieia-Brunnen ein. Hygieia, die weibliche Allegorie der Gesundheit, besiegt den Drachen, der für die Cholera-Epidemie steht. Technisch bildete der Brunnen die Ansaugöffnung für die Frischluftversorgung des Rathauses. Den Zugang vom Hof zum Senatstreppenhaus bildet die Brautpforte mit Bronzefiguren von Adam und Eva.

[Bearbeiten] Innenräume

Der Senat ist im rechten Flügel, die Bürgerschaft im linken Flügel des Gebäudes untergebracht. In der Mitte liegen die Fest- und Repräsentationsräume.

Vom Treppenhaus des Senats führt der Weg zum Senatsgehege, mit kunstvoll geschmiedeten Gittern und Türen an dessen Eingangsportal. Es ist flankiert von den Mamorfiguren von Allegorien der "Gnade" und "Gerechtigkeit" - Tugenden, an denen sich der Senat bei seiner Regierungsarbeit orientieren soll. Die Tür zur Ratsstube, des Sitzungssaals des Senats, ist kunstvoll geschnitzt. Sie trägt die im alten Rom geprägten Buchstaben SPQH - "Senatus Populusque Hamburgensis" - "Senat und Volk von Hamburg".

Der Deckenfries im Treppenaufgang zur Bürgerschaft zeigt den idealen Lebenslauf eines Hamburger Bürgers aus dem letzten Jahrhundert.

Die Lobby der Bürgerschaft ist von einem Wandgemälde beherrscht, das den Hamburger Hafen zur Zeit der Jahrhundertwende zeigt. Der Tisch in der Mitte wurde aus einem Eichenstamm geschaffen, den man bei den Ausschachtungsarbeiten für das Rathaus gefunden hatte. Durch eine Doppeltür betritt man den Plenarsaal der Bürgerschaft.

Der Große Festsaal (46 m lang, 18 m breit und 15 m hoch) ist mit einem Wandgemälde von Hugo Vogel geschmückt, auf dem die Elbe als Strom der Zeit und die Entwicklung Hamburgs dargestellt ist. Die Karyatiden am Portal zum Saal der Republiken verkörpern Gerechtigkeit, Stärke, Weisheit, Fleiß.

Der Saal der Republiken thematisiert das Selbstverständnis der alten Stadtrepublik. Auf vier Gemälden zwischen den Säulen werden die zu jener Zeit wichtigsten ehemaligen Stadtrepubliken Athen, Rom, Venedig und Amsterdam dargestellt.

Die Gestaltung des Kaisersaals nimmt Bezug auf Wilhelm II. und die Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals 1895. Das große Deckengemälde zeigt den „Triumph der deutschen Flagge“.

Der Phönixsaal thematisiert das Rathaus als Höhepunkt des Wiederaufbaus nach dem Großen Brand 1842. Das Gemälde über dem Kamin zeigt Hammonia über den Trümmern der Stadt. Über dem Giebel des Kaminaufsatzes erhebt sich der Vogel Phönix.

Unterhalb des Rathauses im alten Ratsweinkeller befindet sich das Restaurant Parlament.

[Bearbeiten] Rathausmarkt

Bis heute ist die Raumwirkung der Abfolge von Rathausmarkt, kleiner Alster und der sich jenseits des Reesendamms öffnenden Binnenalster erhalten geblieben wie sie 1842 konzipiert wurde (v.a. nach Ideen von Gottfried Semper und Alexis de Chateauneuf). Zwischen Schleusentreppe und Rathausmarkt liegt eine Wassertreppe – ein Angelpunkt der amphibischen Struktur Hamburgs (Hermann Hipp). Im zeitgenössischen Meinungsbild existierte der verbreitete Vergleich Hamburgs mit der am Wasser gelegenen Stadtrepublik Venedig.

[Bearbeiten] Literatur

  • Grolle, Joist (1997): Das Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg, L&H Verlag Hamburg.

[Bearbeiten] siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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