Hinz und Kunzt
Aus Hamburg Wiki
Hinz und Kunzt ist die Obdachlosenzeitung in Hamburg. Hinz & Kunzt ist ein Straßenmagazin für "jedermann" (daher der Name), mit lokalem Bezug, Sozialreportagen und kulturellen Beiträgen in ansprechendem Layout. In Hinz und Kunzt schreiben erfahrene Journalisten. Im "Forum" kommen Obdachlose und ehemals Obdachlose zu Wort. Neben der monatlichen Herausgabe des Magazins leistet das Projekt Sozial- und Lobbyarbeit. Rund 15 Mitarbeiter (überwiegend Teilzeitbeschäftigte) aus unterschiedlichen Bereichen schaffen eine Lobby für diejenigen, die sonst keine Lobby haben.
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http://farm1.static.flickr.com/189/478731485_d248c360a0.jpg Schlafplatz eines Obdachlosen in Hamburg im Quartier Sternschanze |
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Das Projekt
Nach Auskunft von Hinz und Kunzt leben laut einer offiziellen Zählung in Hamburg rund 1.300 Menschen auf der Straße. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Die Gründe dafür, warum Menschen obdachlos werden, sind ganz unterschiedlich. Häufig sind es Krisen und Schicksalsschläge, die in Kombination mit Einsamkeit, psychischen Schwierigkeiten und Suchtproblemen zu Arbeitslosigkeit und Aufgabe der Wohnung führen. Hier setzt die Idee des Projekts an: Obdachlose verkaufen auf der Straße ein Magazin. Statt Almosen zu empfangen, verkaufen sie ein Produkt, das alle Menschen anspricht und miteinander ins Gespräch bringt. Für 0,75 Euro erwerben die Verkäufer die Zeitungen und verkaufen sie für 1,60 Euro zuzüglich Trinkgeld weiter. Das bedeutet nicht nur ein finanzielles Zubrot für die Verkäufer, sondern auch die Möglichkeit für Gespräche zwischen Menschen, die in verschiedenen Welten leben.
Jeder Mensch ohne festen Wohnsitz darf Hinz und Kunzt verkaufen. Jeder "Neue" bekommt als "Startkapital" zehn Zeitungen geschenkt. Außer in U- und S-Bahnen und manchen Restaurants darf die Zeitung im Prinzip überall verkauft werden. Rund 150 Plätze vor Supermärkten, U-Bahn-Eingängen und anderen markanten Stellen sind als sogenannte Festplätze vergeben , an denen immer die gleichen Verkäufer stehen und so eine Kundenbeziehung aufbauen können. Die Verkäufer sind verpflichtet, bestimmte Regeln einzuhalten. Dazu gehört, dass nur verkaufen darf, wer nicht zu sehr unter dem Einfluss legaler oder illegaler Drogen steht. Das "Wildern" auf fremden Standplätzen und das Verkaufen in der U- und S-Bahn ist genauso verboten wie Betteln beim Verkauf des Straßenmagazins. Wie oft und wie lange die Verkäufer an "ihrem" Festplatz stehen, liegt in ihrer eigenen Entscheidung.
Inzwischen ist Hinz und Kunzt ein fester Bestandteil im Hamburger Leben geworden. Das Projekt wird zur Zeit, in der Vorweihnachtzeit 2006, auch von der Presse, Die Welt und Welt am Sonntag, vom TV, Hamburg Journal des NDR und dem Radiosender NDR 90,3 unterstützt. Es finanziert sich je zur Hälfte aus dem Verkauf des Straßenmagazins und Anzeigenerlösen sowie aus Spenden. Mehr als 1.300 Menschen haben sich dem Freundeskreis Hinz und Kunzt angeschlossen und unterstützen das Projekt durch regelmäßige Beträge.
[Bearbeiten] Geschichte
1993 wurde das Magazin von Obdachlosen, Journalisten und Dr. Stephan Reimers, dem ehemaligen Leiter des Diakonischen Werkes, als zweites Straßenmagazin in Deutschland gegründet. Inzwischen gibt es bundesweit fast 40 Straßenzeitungen und ähnliche Projekte in aller Welt.
[Bearbeiten] Auflage
Die durchschnittliche verkaufte Auflage liegt nach Angaben von Hinz und Kunzt bei 68.000 Heften pro Monat (Durchschnitt 2004). In den Wintermonaten werden mehr Hefte verkauft als im Sommer. Hinz und Kunzt hat 420 Verkäufer. Ein Heft kostet seit November 2003 1,70 Euro. Davon sind 0,90 Euro für den Verkäufer.
[Bearbeiten] Herausgeber
Herausgeberin ist Landespastorin Annegrethe Stoltenberg, die Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Hamburg. Als Herausgeberin und zugleich Beiratsvorsitzende ist sie verantwortlich für die inhaltlichen Leitlinien des Projekts und des Magazins. Die Chefredakteurin ist der Herausgeberin direkt unterstellt.
[Bearbeiten] Adresse
- Hinz und Kunzt
- gemeinnützige Verlags- und Vertriebs GmbH
- Altstädter Twiete 1-5
- 20095 Hamburg
- Tel.: +49 40 32108 - 311
- Fax: +49 40 30399 - 638
- E-Mail: info@hinzundkunzt.de
[Bearbeiten] Quelle
Dieser Artikel basiert im Wesentlichen auf den Angaben in den FAQs von Hinz und Kunzt, siehe Weblink unten

