HafenCity

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Die HafenCity ist ein neu angelegter Stadtteil im Hafengebiet von Hamburg auf einer Fläche von 155 Hektar. Es handelt sich um eines der größten innerstädtischen europäischen Stadtentwicklungsprojekte, Projektgesellschaft ist die HafenCity Hamburg GmbH. Seit März 2008 ist die HafenCity zusammen mit der Speicherstadt ein eigener Stadtteil im Bezirk Mitte.

Baustelle Elbphilharmonie im Mai 2013, Elbeseite
Baustelle Elbphilharmonie im Mai 2013, Elbeseite
Segler im Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen
Segler im Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen

Inhaltsverzeichnis

Hamburgs neuer Stadtteil

Am 1. März 2008 wurde ein neuer Hamburger Stadtteil die HafenCity eingerichtet, da hier einmal 12.000 Menschen leben und 40.000 Menschen arbeiten sollen. Im neuen Stadtteil lebten Ende 2010 bereits 1.097 Menschen. Er setzt sich aus den abgetrennten Gebieten der angrenzenden Stadtteile Altstadt, Rothenburgsort und dem aufgelösten Stadtteil Klostertor zusammen. Neben den ehemaligen Hafenflächen des Großen Grasbrooks umfasst sie auch die historische Speicherstadt.

Die Vorgeschichte

Bis 1883 standen auf dem Gebiet der Speicherstadt die Wohnviertel Kehrwieder und Wandrahm mit rund 20.000 Einwohnern.

Zollanschluss an das Deutsche Reich

Das 1871 gegründete Deutsche Reich forderte von die Einführung von Importzöllen. Im Mai 1881 kam zwischen Hamburg und Preußen ein Kompromiss zustande: Mit dem Vertrag über den Zollanschluss Hamburgs an das Deutsche Reich behielt Hamburg doch die Zollverwaltung und das Recht, ein verkleinertes Freihafengebiet festzulegen. In dieser Enklave sollte weiterhin das angestammte Privileg der Hamburger Kaufleute gelten, Importgüter zollfrei zu lagern und zu veredeln.

Abriss von Kehrwieder und Wandrahmviertel

Um für den Bau eines Freihafens und einer Speicherstadt Platz zu schaffen, wurden die Wohnviertel Kehrwieder und Wandrahm mit rund 1.000 Häusern ab 1883 komplett geräumt und abgerissen. Die Stadt siedelte die betroffenen 20.000 Menschen meist ohne Entschädigung aus, das Schaffen von neuem Wohnraum wurde dem freien Markt überlassen.

ehemaliger Stadtteil Klostertor

Das 1836 beim Stadttor (Deichtor) errichtete Kloster St. Johannis ist der Namensgeber für den zwischenzeitlich eingerichteten Stadtteil Klosteror. Dieser bestand von 1951 bis 2007. Der südliche Teil des Stadtteils erhielt Ende des 19. Jahrhunderts sein Gepräge, als an Stelle der alten Holzhäfen moderne Kaianlagen traten und die Bahn für den Hafengüterverkehr ausgebaut wurde.

Speicherstadt: Nordseite mit Zollkanal -  im Hintergrund: Baukräne der Hafencity (2009)
Speicherstadt: Nordseite mit Zollkanal -
im Hintergrund: Baukräne der Hafencity (2009)

Speicherstadt

Die Speicherstadt mit ihren wilhelminischen Backsteinbauten liegt im nördlichen Teil der Hafencity, zwischen der Altstadt und der im Bau befindlichen Hafencity, zwischen dem Zollkanal an der Altstadt und dem Sandtorkai und Brooktorkai.

Die Geburtsstunde der Hamburger Speicherstadt schlug 1880, als beschlossen wurde, einen Freihafenbezirk einzurichten, in dem die mit Schiffen hereingebrachten Güter zollfrei gelagert und veredelt werden konnten. Die Handelsleute reimten: „In Speichern, groß und voller Pracht, wälzt sich der Handel Tag und Nacht“. Die hier gelagerten schweren Säcke mit rohem Kaffee- und Kakaobohnen, in Kisten verpackte Teesorten, Gewürze und vieles andere mehr waren der Reichtum der Kaufmänner. Die Waren wurden mit Schuten von den im Hafen liegenden Seeschiffen über die Kanäle und Fleete zu den Speichern geschifft. Im Speicherstadt-Museum kann heute diese mühseelige Arbeit nachempfunden werden. Im benachbarten Gewürzmuseum lässt der Anblick und die Düfte von Pfeffer, Vanille, Nelken und Koreander eine geheimnisvolle ferne Welt entstehen.

Der Warenumschlag von Wasser direkt in die Lagerhallen war vor 120 Jahren ein technischer und logistischer Fortschritt. 100 Jahre später war dieser Warenumschlag zu aufwändig und unrentabel, denn die Seeschiffe können die schmalen Fleete nicht ansteuern. Container brauchen freie Stapelplätze, aber kaum noch Lagerhallen. Neue Hafenbecken wurden westwärts gebaut. Die Speicherstadt und auch die südlichen Hafenbecken wurden überflüssig. Während die späteren Hafenanlagen komplett abgerissen wurden, ließ man die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäude der historischen Speichstadt stehen und machte sie für neue Nutzungen frei.

Heute lockt die wieder belebte Speicherstadt Touristen an. Barkassen laden zu einer Rundfahrt auf den Fleeten ein. Aber auch zu Fuß und mit dem Fahrrad will die Speicherstadt mit ihrer einzigartigen in neugotischer und einheitlichen Backsteinarchitektur erkundet werden. In den Lagerhäusern wurde aufbewahrt und veredelt, was die Schiffe über die Meere der Welt in den Hamburger Hafen brachte.

In der Speicherstadt sind mehrere interessante Museen entstanden: Das Hot Spice Gewürzmuseum, das afghanische Museum, Deutschlands einiges Zollmuseum und seit 2008 das Internationale Maritime Museum mit dem Motto „Schiffahrtsgeschichte ist Menschheitsgeschichte“. Das besondere Highlight für Vater und Sohn ist die weltweit größte Modell-Eisenbahn „Miniatur-Wunderland“ mit 12 km Gleisen im Maßstab 1:87, auf denen 830 digital gesteuerte Züge in mehreren Etagen verkehren.

Das Projekt

1,8 Millionen m2 Bruttogeschossfläche (BGF) werden gebaut, dabei entstehen 5.500 Wohnungen für 12.000 Einwohner, Dienstleistungsflächen mit mehr als 40.000 Arbeitsplätzen sowie Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote und Einzelhandelsflächen. Zusätzlich entstehen Parks, Plätze und Promenaden.

Die HafenCity wird die heutige Hamburger Innenstadt in ca. 20 Jahren um 40 Prozent erweitern. Ziel des Projektes ist es auch, nicht eine Satellitenvorstadt entstehen zu lassen, sondern die neue mit der alten City durch Wegegestaltung, Verkehrsinfrastruktur etc zu verbinden. Die HafenCity wird nicht eingedeicht und damit vom Wasser abgeschnitten. Stattdessen wird das gesamte Gebiet auf 7,50 Meter über Normalnull angehoben und erhält dadurch eine neue, charakteristische Topografie, die den Zugang zum Wasser und die hafentypischen Milieuqualitäten erhält.

Stand der Entwicklung

Die HafenCity wird von Westen nach Osten und von Norden nach Süden entwickelt. Die ersten Teilquartiere: Am Sandtorkai und Dalmannkai wurden bereits 2009 fertiggestellt. Weitere fertiggestellte oder im Bau befindliche Quartiere sind: Am Sandtorpark, Brooktorkai und Überseequartier.

Quartiere der Hafencity

  • Quartier Sandtorkai - Unter den kubusförmigen Häusern auf dem Sandtorkai kann man schon seit 2005 spazieren gehen. Sturmflutsicher liegen die Häuser auf einer sieben Meter hohen Warft. Die Tiefgaragen werden bei Hochwasser abgeschottet. Zwischen den Häusern ist der Blick frei auf die historische Speicherstadt. Im Sandtorhafen ist ein Hafen für alte Segel- und Dampfschiffe entstanden. Als Ergänzung zum Museumshafen Oevelgönne hat Hamburg einen zweiten Hafen für historische Schiffe bekommen, den sogenannten Traditionsschiffhafen. Bis zu 30 alte Segel- und Dampfschiffe können an der 380 Meter langen Pontonanlage im Hafenbecken festmachen. Fast alle Schiffe können besichtigt werden, und sie bieten auch die Möglichkeit für Törns durch den Hafen.
  • Quartier Dalmannkai
  • Quartier Am Sandtorpark / Grasbrook
  • Quartier Strandkai
  • Überseequartier
  • Quartier Brooktorkai
  • Elbtorquartier - mit dem Maritime Museum Hamburg
  • Quartier Lohsepark
  • Quartier Oberhafen
  • Quartier Baakenhafen
  • Quartier Elbbrückenzentrum

Elbphilharmonie

Prestigeobjekt in Hamburgs Hafencity - Bereits vor 130 Jahren stand am gleichen Ort das Wahrzeichen der Hamburger Speicherstadt: der Kaiserspeicher. Er wurde im neugotischen Stil 1875 auf der Spitze des Kaiserhöfts errichtet und war seinerzeit mit 19.000 Quadratmetern der größte Speicher im Hafen. Die verbliebenen Teile des während des 2. Weltkrieges zerstörten Gebäudes wurden 1963 gesprengt.

Bis 1966 wurde der schmucklose neue Kaispeicher A mit 30.000 m² Lagerfläche gebaut.

Im Oktober 2005 entschied die Bürgerschaft den nicht mehr gebrauchten Speicher zu einem Konzerthaus mir 3 Sälen auszubauen. Der Große Konzertsaal bietet 2.150 Besuchern Platz. Er ist 50 Meter lang, 40 Meter breit und 25 Meter hoch. Der Kleine Musiksaal wird 550 Besuchern Platz bieten und soll unter anderem der Kammermusik dienen. Der dritte Saal mit 170 Plätzen ist für zeitgenössische und experimentelle Musik gedacht. Außerdem wird im Osten ein 5-Sterne-Hotel mit 247 Zimmern integriert.

Die Außenmauern bleiben bestehen, innen wurde alles entkernt, neue Pfähle mussten in den Elbschlick gesetzt werden.

Im Juli 2005 beschloss der Senat den Anteil der öffentlichen Hand auf 77 Millionen € zu begrenzen. Im November 2008 ergab eine neue Einigung, dass die Kosten für den Steuerzahler 323 Millionen € betragen werden und die Eröffnung voraussichtlich im Frühjahr 2012 gefeiert werden soll, doch es wird wohl eher Ende 2016 werden.

Maritimes Museum in der HafenCity, im ehemaligem Kaispeicher B
Maritimes Museum in der HafenCity, im ehemaligem Kaispeicher B

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

Hafenpromenaden

Plätze und Parks

Museen

  • Hamburg Dungeon · "Geschichtliches Gruselmuseum", das mit Mitteln des Freizeitparks Hamburger Geschichte erlebbar macht. Das Hamburg Dungeon ist nicht ganz so gruselig, wie das London Dungeon. In Hamburg wird eher "kindgerecht" präsentiert (für Kinder ab 10 Jahren). Auswahl von Erlebnisstationen: Stadtbrand von 1842, Sturmflut von 1717 mit Wasserbahn, Cholera-Ausbruch von 1892, usw. Die Szenen werden von Schauspielern dargestellt. · Kehrwieder 2 · U3 Baumwall
  • Deutsches Zollmuseum · Interessantes zum Zoll im ehemaligen Zollamt Kornhausbrücke, Geschichte und Aufgabenbereiche - besonders spannend: die Ausstellung zum Zollschmuggel · Kornhausbrücke Ecke Zollstraße · U1 Meßberg
  • Spicy's Gewürzmuseum · Alles über Gewürze, Erlebnismuseum zum Anfassen und Probieren, 900 Exponate aus 500 Jahren. Dem Thema angemessen untergebracht auf einer Lagerhaus-Etage in der Speicherstadt. · Tel.: 040 - 367 989 · Geöffnet: Di. - So. 10 - 17 Uhr · Eintritt: 3,50 incl. Gewürzprobe, Kinder bis 12 Jahre: 1,50 € incl. Gummibärchen · Am Sandtorkai 32. · U3 Baumwall
  • Afghanisches Museum · Ausstellung über Afghanistan, Handwerk, Kunstgewerbe, Architektur, Kultur. · Am Sandtorkai · U3 Baumwall
Altes Kesselhaus mit heutigem Infocenter
Altes Kesselhaus mit heutigem Infocenter

Ausstellungen

  • Infocenter im Kesselhaus · Hier gibts alle Infos zur Hafencity, vom Beginn der Planungen bis zum aktuellen Baugeschehen · Di. - So.: 10 -18 Uhr, Mai - September bis 20 Uhr · Eintritt frei · U3 Baumwall oder Metrobus 6 HafenCity
  • Miniatur Wunderland · Die größte digitale Modelleisenbahnanlagen der Welt mit 13 km Gleisen im Maßstab 1:87, auf denen über 850 digital gesteuerte Züge in mehreren Etagen verkehren. Sehenswert! · Durch den großen Andrang gibt es allerdings teilweise Wartezeiten bis zu mehreren Stunden. Wer möchte, kann die Wartezeit mit der Besichtigung des Hamburg Dungeon überbrücken, das ganz in der Nähe liegt. · Öffnungszeiten · Eintritt: 12,- €, Kinder unter 16 Jahre: 6,- €, Kinder unter 1 Meter frei, Senioren >65: 10,- € · Kehrwieder 2-4 Block D · U3 Baumwall

Nutzer

Nach dem HafenCity-Pionier SAP, der bereits 2003 ans Wasser zog, bezog [Kühne + Nagel] im Herbst 2006 seine neue Deutschlandzentrale. Zu den Bauherren, die ihre Zentralen in die HafenCity legen, zählen auch Amango pure Entertainment, der Germanische Loyd, die Neumann-Gruppe, die SPIEGEL-Gruppe und Unilever.

Verkehr

U-Bahn

Seit dem 29. November 2012 verkehrt die neue U-Bahn-Linie  U4  von Billstedt bis Jungfernstieg parallel mit der U2. Dort zweigt sie nach Süden in die Hafencity ab. Endstation ist der neue Bahnhof HafenCity Universität, der aber bis Herbst 2013 nur samstags und sonntags von 10 - 18 Uhr geöffnet ist. Lediglich die einzige Zwischenstation Überseequartier kann täglich benutzt werden. Die Züge verkehren alle 10 Minuten.

Bis 2018 soll die U-Bahn bis zu den Elbbrücken verlängert und mit einem neuen S-Bahnhof verknüpft werden.

Der nordwestliche Bereich ist gut über die Linie  U3  mit dem Bahnhof Baumwall erreichbar.

Durch die HafenCity fährt der Bus  111  und jeder 2. Metrobus der Linie  6  endet in der Speicherstadt beim Kehrwieder.

Neue Straßen in der HafenCity

Künftig sollen Motivgruppen die Namen von Straßen und Plätzen in der HafenCity prägen. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um alte und neue überseeische Verbindungen Hamburgs als Welthafenstadt. Bisher sind vier Namensgruppen im Gebiet der Hafencity im Mai 2005 festgelegt worden:

  • Im Gebiet Nördliches Überseequartier und Östlicher Magdeburger Hafen tragen die Straßen durch Senatsbeschluss vom 26. September 2006 nun asiatische Städte- und Ländernamen, die u. a. Hamburgs Partnerstädte in Übersee berücksichtigen und würdigen sollen.
  • Im südlichen Überseequartier, in unmittelbarer Nähe des Kreuzfahrtterminals, sind amerikanische Städtenamen – darunter ebenfalls eine Partnerstadt – ausgewählt worden.
  • Letzter Motivbereich ist das Gebiet rund um den Lohsepark bis zum östlichen Lohsepark, der sich bis 2010/12 weiter entwickeln wird. Hier werden die Straßen künftig die Namen bedeutender Hamburger Unternehmerinnen und Unternehmer tragen.

Erklärung der neuen Namen

siehe auch Straßen in der HafenCity und Brücken in der HafenCity

Umbenennungen

Von den beschlossenen Benennungen sind nicht nur neue oder noch zu schaffende Straßen betroffen – sondern ebenso bereits lange bestehende Verkehrswege: die Koreastraße und Hongkongstraße (Magdeburger Straße), die Osakastraße (Brooktor), die Überseeallee (westliche Versmannstraße) und die Busanbrücke (Magdeburger Brücke). Zur besseren Orientierung gelten hier vorübergehend – auch auf den Straßenschildern – die alten und die neuen Namen nebeneinander.

siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge