Alster

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Die Alster ist ein Nebenfluss der Elbe, der im Timhagener Brook nahe der schleswig-holsteinischen Ortschaft Henstedt-Rhen entspringt und nach etwa 56 km im Zentrum Hamburgs in die Elbe mündet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zuflüsse

Auf schleswig-holsteinischem Gebiet fließen folgende Bäche und Flüsse der Alster zu:

  • von links : Wischbek, Binnenhorsterbek, Scholbek, Rönne, Labek, Alte Alster, Hardebek, Sielbek;
  • von rechts: Tangstedter Mühlenau;

auf hamburgischem Gebiet, wo der Fluß ab Ohlsdorf bis Winterhude auch Streek bezeichnet wird:

  • von links Aue als Mündungsfluss von Drosselbach und Ammersbek, letztere mit Zuflüssen von Ellerbek, Gelengraben, Bunsbek und Hunnau, Bredenbek mit Zuflüssen von Lottbek und Moorbek, Saselbek, Grevenau, Goldbek kanalisiert, Osterbek kanalisiert, ebenso die Eilbek mit dem Zufluss Wandse;
  • von rechts die Tarpenbek mit Zufluss Tweeltenbek, Isebek kanalisiert

[Bearbeiten] Quellfluss

Bis ins 17.Jahrhundert galt die Alte Alster als Quellfluß. Dieser verlor jedoch nach dem Bau (um 1530) des als Verbindung zwischen Hamburg und Lübeck errichteten des Alster-Travekanals durch Ableitung an diesen Wasserweg und Trockenlegung von Mooren kontinuierlich an Wasser. Der Kanal selbst erlangte keine Bedeutung und blieb bald sich selbst überlassen.

[Bearbeiten] Alstersee, Kleine Alster und Alsterfleet

Außenalster am Abend
Außenalster am Abend

Aufgestaut am Oberdamm, dem später der Müller Reese seinen Namen gab, bildet die Alster seit etwa 600 Jahren einen See, heute gleichsam ein Juwel inmitten der Stadt mit weißen Alsterdampfern und weißen Segelbooten, der sich durch eine Enge in Außenalster und Binnenalster teilt.

Unterhalb der Binnenalster, also ab Oberdamm, schließt sich die Kleine Alster an. Sie war ursprünglich um einiges breiter und reichte bis zum Niederdamm am Graskeller. Nach dem Hamburger Brand und dem Bau der Schiffahrtsschleuse in Höhe der Poststraße beschränkt sich die Kleine Alster auf das Rechteck, das zwischen Reesendamm und Alsterarkaden liegt.

Das Alsterfleet zwischen Kleiner Alster und dem Binnenhafen ist heute die letzte direkte, schiffbare Verbindung zur Elbe. Dieser Abschnitt, der die Alster in früheren Jahrhunderte mehrfach verzweigt mit der Elbe verband, hat im Verlauf der Jahrhunderte die meisten Veränderungen erfahren. Neben dem Alsterfleet existieren noch Bleichen-, Herrengrabenfleet und Nikolaifleet.

1886 wurde das Fleet am Rödingsmarkt, über das 25 Jahre später das Hochbahnviadukt geführt wurde, zugeschüttet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlitten bei der Trümmerbeseitigung das gleiche Schicksal: das Fleet, das bei der Straße Kajen in den Zollkanal einmündete, das Katharinenfleet, das Steckelhörnfleet und das Fleet an der Gröninger-/Brauerstraße (mit einem Abzweig an der Kleinen Reichenstraße) bis zum Meßberg, über das seit 1960 die Ost-West-Achse (Willy-Brandt-Straße, Ludwig-Erhard-Straße) quer durch das Stadtzentrum verläuft.

[Bearbeiten] Die Alster und der Krieg

Die Enge, durch die Außenalster und Binnenalster entstanden, geht auf Maßnahmen zum Zwecke der Stadtverteidigung zurück. Nachdem die Stadt wuchs und sich vom linken Flußufer auf die andere Alsterseite ausdehnte und die rechtsseitige Neustadt in die Befestigung auch einbezogen werden mußte, erweiterte man im ersten Quartal des 17.Jahrhunderts die Anlagen quer über den See hinweg, was obendrein ein gewisse schützende Distanz gegen Angriffe schaffte. Von beiden Ufern wurden Dämme aufgeworfen und mit Bollwerken ausgestattet. Die dadurch entstandenen Landzungen wurden schon damals durch eine Brücke verbunden, die im Verlauf der Zeit mehrfach erneuert wurde und auf die sich der Name eines dort aufgeführten, Lombard benannten Gebäudes übertrug.

Nach dem Schleifen der Befestigungsanlagen und der Entwicklung des Eisenbahnwesens wurde Mitte des 19. Jahrhunderts über diese Landzungen, den Stadtkern umgehend, der Schienenverkehr nach Altona und weiter nach Schleswig-Holstein angelegt. Bis in die Mitte der 1930er Jahre war dies die einzige Eisenbahnverbindung nach Norden und damit ein neuralgischer Punkt. Das blieb er auch nach dem Bau der eingleisigen Güterumgehungsbahn um die zu derzeit dicht bevölkerten nördlichen Stadtteile Barmbek, Winterhude und Eppendorf herum. Dieser Verkehrsweg für Straße und Schiene war im modernen Krieg aus der Luft dank der Reflexion von Außen- und Binnenalster gut auszumachen. Zur Täuschung wurde die Binnenalster daher mit einem Straßenzüge vortäuschenden Geflecht überzogen und in Höhe des Krankenhauses St. Georg sowie bei der Kleinen Fontaney Landzungen mit einer Brückenverbindung, die die Lombardsbrücke darstellen sollten, vorgetäuscht.

Die während des Zweiten Weltkrieges in der Stadt angefallenen Trümmer, ihre Beseitigung und die absehbare Verkehrsentwicklung erforderten besondere Lösungen. Eine war, mit dem Trümmerschutt die bestehenden Landzungen zu beiden Seiten der Außenalster so zu verbreitern, daß ein zweiter Brückenschlag möglicht wurde, was um 1960 mit der später nach dem ermordeten amerikanischen Präsidenten Kennedy benannten Brücke verwirklicht wurde.

[Bearbeiten] Historische Bedeutung der Alster

Der Fluß war ehemals wichtig für die Entwicklung der Stadt, denn auf ihm wurden Baumaterialien, Holz aus den nördlich gelegenen Waldungen und Kalk aus Segeberg, nach Hamburg befördert. Dazu sorgte die Stadt, daß die Alster ab Stegen, wo die Alte Alster einmündet, schiffbar gehalten wurde.

Zu diesem Zweck wurden Schleusen eingebaut bei Stegen (erste Inbetriebnahme 1527), Rade, Sandfelde, Wulksfelde (alle drei im 16.Jh.), Wohldorf (1448), Mellingburg (1529), Poppenbüttel (1528), Fuhlsbüttel (1528).

Die sich um die heutige Petrikirche entwickelnde Stadt war gegen Elbe und Alster durch Dämme geschützt und betrieb an der Alster zwischen Oberdamm (heute Jungfernstieg) und Niederdamm (etwa Ost-West-Straße) bis zum Hamburger Brand 1842 bis zu sechs Wassermühlen, denn eine schiffbare Wasserverbindung zwischen den beiden Flüssen wurde erst 1846 eingerichtet. Dafür wurde am Graskeller die seit 1530 bestehende Schleuse, die Transporte von der Elbe zur Stadt bis zum Oberdamm ermöglichte, erneuert und zugleich bei der heutigen Schleusenbrücke eine Schiffahrtschleuse gebaut.

Die Ufer der Alster waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unbebaut. Der Fluß war von Wiesen oder dort, wo er Höhenrücken durchbrochen hatte, von Wäldern begrenzt. Die Bebauung der genannten Dörfer hielt zumeist zum Fluß Abstand. Um diese Zeit erst griffen Hamburger langsam alsteraufwärts von den Ufern Besitz, ließen sich nieder und bebauten von der Uhlenhorst und Harvestehude beginnend die Flächen um die angrenzenden Dörfer bis hinauf nach Ohlsdorf. Winterhude und Eppendorf wandelten sich so nach und nach zu Stadtteilen. Der wohl bekannteste Investor in dieser Hinsicht war der Goldschmiedesohn Adolph Sierich, der das Gelände südlich des Dorfes Winterhude und angrenzende Teile Uhlenhorst´ aufschütten und parzellieren ließ und sich und seiner Familie durch die Namensgebung der dort angelegten Straßen ein dauerhaftes Denkmal setzte. Zur Entwässerung des Gebietes wurden dabei Gräben angelegt, aus denen im Verlauf der Zeit in Winterhude der Mühlenkampkanal und der Rondeelteich entstanden, auf der Uhlenhorst der Hofwegkanal und zwischen dem Winterhuder Weg und der Schönen Aussicht der Uhlenhorster Kanal mit dem Feenteich.

Wegen der guten Bedingungen für die Wäschebleiche auf den Wiesen der Alster hatte sich gegen Ende dieses Jahrhunderts in Alsterdorf das Wäschereigewerbe konzentriert. Gegenüber sorgte die Errichtung des Gefängnis´, des späteren Zuchthauses Fuhlsbüttel, für die Urbanisierung. Aus verschiedenen Gründen war 1912 damit begonnen worden, den sich hier durch Wiesen schlängelnden Fluß begradigt zu kanalisieren, Arbeiten die durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen und erst 1926 beendet wurden.

Ausholende Flußwindungen, die heute eigenartigerweise als Kanäle bezeichnet werden, verblieben in ihrem Zustand, so daß mehrere Flußinseln zwischen Fuhlsbüttel und der Krugkoppelbrücke entstanden. Diese Kanäle sind Brabandkanal, Skagerrakkanal und Leinpfadkanal.

In Winterhude und auf dem rechten Ufer in Alsterdorf wurden dabei Lösch- und Ladeplätze geschaffen, ebenso Anlegestellen für die Alsterschiffahrt an der Meenkwiese/ Lattenkamp, Borsteler Chaussee (heute Deelböge), Alsterdorfer Damm und Ohlsdorf. Hier und da wurden entlang dieses Flußabschnitts öffentliche Gärten angelegt, so an der Meenkwiese, an der Brabandstraße (dort mit Liegewiese) bei der Alsterkrüger Kehre und parallel zum Fluß zwischen Sengelmannstraße und der Fuhlsbütteler Schleuse. Ausgedehnte Uferflächen wurde an der Rathenaustraße und am Maienweg Kleingartenvereinen überlassen.

[Bearbeiten] Brücken

[Bearbeiten] siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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